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Geschichte der Luftbildfotografie

Die Luftbildfotografie begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts und ist heute rund 150 Jahre alt. Das erste veröffentlichte Luftbild in akzeptabler Qualität entstand im Jahr 1860.

Man macht sich heute keine Vorstellung davon, mit welchen Schwierigkeiten die damaligen Fotografen zu kämpfen hatten. Die Kameras waren große und schwere Apparate, und die "Negative" waren zu Beginn der Fotografie Glasplatten, die mit Kollodium und Silbernitrat beschichtet waren und sofort nach der Aufnahme entwickelt werden mussten.

Aus diesem Grund mussten die Luftbildpioniere ihre gesamte Ausrüstung - bestehend aus Kameras, Filmmaterial und einer kompletten "Dunkelkammer" - an Bord mitführen, um die Aufnahmen sogleich entwickeln zu können. Und "an Bord" hieß damals in der Gondel eines Ballons, denn Flugzeuge gab es noch nicht. Erst 1871 kamen neue Gelatine-Negativplatten zum Einsatz, die nach Beendigung einer Ballonfahrt dann in Ruhe am Boden entwickelt werden konnten.

Neben Ballonen wurden auch Drachen als Kameraträger benutzt. Ab 1890 wurde die Drachen-Fotografie eingesetzt. Der Drachen wurde an einer Leine in die Höhe gelassen, die Kamera machte Aufnahmen mit Hilfe eines Selbstauslösers. Sogar heutzutage setzt man diese Technik bei der Luftbild-Archäologie noch ein, weil sie kostengünstig und ohne größeren Aufwand angewendet werden kann.

Ein weiteres interessantes Kuriosum sind die mit Hilfe von Brieftauben angefertigten Luftaufnahmen. Man schnallte einer Brieftaube eine Miniaturkamera um, welche alle 60 Sekunden eine Aufnahme machte. Diese Art der Luftbildfotografie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem vom Militär zur Luftaufklärung eingesetzt.

Erst mit der Erfindung des Flugzeugs jedoch stand dem Luftbildfotografen eine zuverlässige und frei bewegliche Kamera-Plattform zur Verfügung. Auf Grund der rasanten Flugzeugentwicklung war es innerhalb weniger Jahrzehnte möglich, jeden Punkt der Erde mit einem Flugzeug zu erreichen und Aufnahmen anzufertigen. Parallel dazu wurden auch die Kameras immer handlicher und leistungsfähiger.

Den vorläufigen Abschluss in der flugtechnischen Entwicklung bildet der Hubschrauber. Er ist auf Grund seiner außerordentlichen Manövrierfähigkeit die ideale Plattform für die Luftbildfotografie. Insbesondere wenn es um das Fotografieren kleinerer Objekte geht, ist der Hubschrauber unschlagbar.

Eine wichtige Neuerung ist die Digitalfotografie, die heute einen Leistungsstand erreicht hat, der dem normaler Kleinbildkameras ebenbürtig ist oder diesen sogar übertrifft. So sind heute digitale Spiegelreflexkameras mit einer Auflösung von 10 Megapixel oder mehr zu Standardkameras in der Luftbildfotografie geworden. Nur für Spezialanwendungen setzt man heutzutage noch konventionelle Kameras mit großformatigen Negativen ein.

Eine Variante der Luftbildfotografie sind die Satellitenaufnahmen. Heute ist es problemlos möglich, sich aus dem Internet Satellitenaufnahmen von jedem Punkt der Erde zu besorgen. Diese haben jedoch im Vergleich zu den konventionellen Luftaufnahmen zwei Nachteile: erstens handelt es sich um Senkrechtaufnahmen (man sieht nur Dachflächen), und zweitens ist die Auflösung natürlich deutlich geringer als bei Aufnahmen, die bei einer Befliegung angefertigt werden.

 

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